Burgen und Schlösser im Thüringer Vogtland
Oberes Schloss Greiz
Ältestes Wahrzeichen der Stadt
Schlossberg
07973 Greiz
Das Obere Schloss ist ein weithin bekanntes, architektonisch wertvolles und markantes Kulturdenkmal, das jeden Betrachter in seinen Bann zieht. Als Wahrzeichen vergangener deutscher Geschichte gibt es dem reizvollen Greizer Landschaftsbild im Tal der Weißen Elster ein charakteristisches Gepräge. Bereits in die Jahre 1209 und 1225 fällt die erste urkundliche Erwähnung einer Greizer Burganlage auf dem 50 Meter hohen Bergkegel aus Tonschieferfels. Als ehemalige Burganlage der Vögte von Weida und Plauen zeigt das Obere Schloss heute noch an einigen wenigen Stellen Reste der alten Burgbefestigung. Seit dem beginnenden 13. Jahrhundert war die Burg Residenz der Vögte von Weida und Plauen und später der reußischen Herren. Nach einem Blitzschlag am 3. Juni 1540 brannte sie fast vollständig nieder und wurde anschließend sofort wieder neu errichtet. Nach dem Umzug der reußischen Fürsten 1809 in das nach dem Stadtbrand von 1802 wieder aufgebaute Untere Schloss, wurde das Obere Schloss Sitz der Regierungsbehörden des Fürstentums Reuß älterer Linie. Dieses Fürstentum war übrigens die flächenmäßig kleinste deutsche Monarchie des 1871 gegründeten Deutschen Kaiserreiches. Im Zuge der Novemberrevolution 1918 dankten Fürst und Landesregierung ab und das Obere Schloss wurde per Auseinandersetzungsvertrag in den Besitz des Volksstaates Reuß überführt.
Unteres Schloss Greiz
Im Jahr 1564 kam es aufgrund der Erbfolge zur Teilung der Herrschaft der Reußen in Ober- und Untergreiz. Für die neu entstandene Untergreizer Linie wurde als Residenz ein Renaissancebau im Zentrum der Stadt errichtet. Nach Erweiterungen erhielt der Bau die Bezeichnung "Neues Schloss", "Neue Burg" oder "Unteres Schloss". 1768 starb die Untergreizer Linie aus. Es entstand die Herrschaft "Reuß älterer Linie", die 1778 in den erblichen Reichsfürstenstand erhoben wurde. Fortan wählten die regierenden Fürsten das Untere Schloss als ihre Residenz. Der verheerende Stadtbrand vom 6. April 1802 ließ auch das Untere Schloss nicht verschont. Der Wiederaufbau erfolgte bis 1809 im strengen klassizistischen Stil. Hierbei wurden die Repräsentationsräume mit wertvollen Stukkaturen ausgeschmückt. Zu einem Glanzstück wurde der Festsaal – heute Weißer Saal. 1884/85 fand die letzte bauliche Erweiterung statt. Es wurden der Südflügel mit dem Zwiebelturm und weitere repräsentative Räume angebaut. Der letzte Nachkomme, Fürst Heinrich XXIV., erhielt das Wohnrecht im Unteren Schloss bis zu seinem Tod im Jahr 1927.Seit 1929 befindet sich in den Räumen des Unteren Schlosses das Museum. Der Besucher kann sich heute an den restaurierten Repräsentationsräumen und an wechselnden Ausstellungen zu den verschiedensten Themen erfreuen.
Am 13. September 1998 eröffnete in einem Seitenflügel des Unteren Schlosses die Schauwerkstatt "Greizer Textil – Vom Handwerk bis zur Industrie" als eine Reminiszenz an die Greizer Textilgeschichte.
Weitere Räumlichkeiten des Unteren Schlosses werden von der Tourist-Information Greiz, der Musikschule "Bernhard Stavenhagen" und vom Schlosscafé "LebensArt" genutzt.
Sommerpalais Greiz
Telefon: 03661 70580
Email: info(at)sommerpalais-greiz.de
Internet: http://www.sommerpalais-greiz.de/
Besonders sehenswert ist das reizvolle Gebäude des Sommerpalais im Greizer Park, das 1769 bis 1779 im frühklassizistischen Stil erbaut wurde. "Maison de belle retraite" – Haus der schönen Zuflucht – nannte der Bauherr Fürst Heinrich XI. (1722 – 1800) in der Giebelinschrift seine Sommerresidenz.
Seit 1922 beherbergt es die Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung, eine "Stiftung der Älteren Linie des Hauses Reuß". Der wertvollste Teil dieser auf dem europäischen Festland einmaligen Sammlung stammt aus dem Nachlass der englischen Prinzessin Elisabeth (1770 – 1840), der späteren Landgräfin von Hessen Homburg.
1975 wurde als eine eigene Abteilung des Museums das Greizer SATIRICUM gegründet. Voraussetzung dafür war ein umfangreicher Fundus an Karikaturen der vergangenen 300 Jahre aus ehemaligem fürstlichen Besitz.
Im Gartensaal des ehemaligen Sommerschlosses finden in den Sommermonaten Ausstellungen sowie Konzerte statt.
Osterburg Weida
Tel.: 036603 / 62775
Fax: 036603 / 62775
E-Mail: info(at)weida.de
Internet: http://www.weida.de
Als weithin sichtbares Wahrzeichen Weidas erhebt sich auf einem Bergsporn über der Stadt die Osterburg. Dominiert wird sie vom 54m hohen charakteristisch gestuften Bergfried. Die Burg wurde von 1163 bis 1193 von kaiserlichen Verwaltern (Vögten) erbaut und war bis zum 15. Jahrhundert der Stammsitz der Vögte von Weida und Plauen, den späteren Fürstenhäusern Reuß. Die Vögte waren namensgebend für das von ihnen beherrschte Gebiet, das Vogtland (Teile des heutigen Thüringens, Sachsens, Bayerns und Tschechiens). Weida wird daher auch als die Wiege des Vogtlandes bezeichnet. Der Besucher findet heute auf der Osterburg ein Museum zur Burg- und Regionalgeschichte, zwei Galerien sowie ein Künstleratelier, eine Gaststätte und eine Zinngießerwerkstatt.
Schloss Ronneburg
Schloßstraße 19
07580 Ronneburg
Tel.: 036602 / 23044
Fax: 036602 / 536100
Hinteres Schloss - Rittersaal - ältester Teil der Burganlage
Vor 900 existierte eine spätsorbische Niederlassung im heutigen Stadtgebiet am Westrand des Grenzwaldes zwischen Geraha und Plisni (Gera und Plauen). Nach 900 bestand ein durch Pfahlwerk begrenzter Militärposten der Elsterlinie auf dem Burgberg. Diese kleine Verteidigungsanlage auf dem Gelände des „hinteren Schlosses“, wurde erst später um das „vordere Schloss“ erweitert. Mit dem Einströmen deutscher Siedler entwickelte sich die Landwirtschaft in dieser Region. Vor 1200 bauten die Weidaer Vögte die Burganlage aus. Dabei entstanden der Burgvorort und die Siedelhöfe. Aus dem Jahr 1209 stammt die erste urkundliche Erwähnung. Die Urkunde beweist das Vorhandensein einer Burg und einer Pfarre zu Beginn des 13. Jahrhundert. Das hintere Schloss ist der älteste Teil der Burg und war der Sitz der „Herren von Ronneburg“. 1327 wurde hier das „ Ronneburger Schutz- und Trutzbündnis“ zwischen den Vögten von Weida, Gera, Plauen und den Herren von Elsterberg abgeschlossen. Ein wichtiger Vertrag in der Geschichte des Vogtlandes, der den Vogtländischen Krieg (1354-1357) mit auslöste. 1772 war das Herrenhaus mit dem alten Turm zur Ruine verkommen und es blieb nur noch der Rittersaal übrig.
Gerade dieser Rittersaal ist heute der wertvollste und geschichtsträchtigste Teil der Burganlage. Er blieb über viele Jahrhunderte erhalten, bis in unsere heutige Zeit. 1995 erfolgte eine aufwendige Restaurierung und Sanierung des Bauwerks. Nun steht er als echtes Kleinod den Bürgern und Gästen unserer Stadt für standesamtliche Trauungen und Konzerte zur Verfügung.
Das vordere Schloss oder das "neue Schloss"
Das Schloss befindet sich im süd- westlichen Teil der Stadt. Auf historischen Mauern erfolgte 1896 der Umbau des vorderen, neuen Schlosses mit dem Schlossturm. Ende des 19. Jahrhunderts entstand der Neubau des Amtsgerichtsgebäudes im oberen Teil der Schlossanlage. Zur Zeit werden die Räume als Museum und Archiv genutzt. Das heutige Turmgebäude erbaute man zwischen 1898 und 1900, eigens als Wohnung für den Amtsrichter.
In späteren Jahren, nach dem 2. Weltkrieg, waren im Schloss zeitweise ein Pionierhaus, Schulräume der Schloss-Schule, Schulhort und kreative Zirkel untergebracht. Später dann die Stadtbibliothek, heute das Stadt- und Schulmuseum, die Vereinsräume des Heimatvereins und der Jugendclub.
Der Schlosshof und Schlossgarten erhielten vor der Bundesgartenschau 2007 ein neues Gewand und laden Sie, liebe Gäste und Besucher, zum Verweilen ein.
Burgruine Reichenfels
Reichenfels 1a
07958 Hohenleuben
Telefon: 036622 7102
Fax: 036622 83350
Ca. 1,5 km südlich der Stadt Hohenleuben gelegen, befinden sich die Reste der 1356 urkundlich erstmals erwähnten Burganlage Reichenfels. Vermutlich wurde die Burg bereits im 12. Jhd. durch die Vögte von Weida erbaut. 1938 wurde auf dem Gelände ein Museumsgebäude im Stil eines mittelalterlichen Profanbaues errichtet. In ihm befindet sich neben zahlreichen Sammlungen die älteste und mit rund 35.000 Bänden umfassendste wissenschaftliche Bibliothek heimatgeschichtlicher Literatur des gesamten deutschsprachigen Raumes. Seit 1825 ist Reichenfels Sitz des Vogtländischen Altertumsforschenden Vereines, eines der ältesten deutschen Geschichtsvereine.





